Die Heißklebepistole: Zum schnellen und zügigen Verbinden unterschiedlicher Materialien

heißklebepistole

Vermutlich fast jeder Haushalt und jeder Handwerker besitzt und nutzt sie: die  Heißklebepistole. Was ist ihr Geheimnis und warum ist sie so weit verbreitet? Nun, mit einer Heißklebepistole können ganz viele Materialien miteinander verbunden werden. Zudem ist die Bedienung kinderleicht und jeder kann praktisch ohne Vorkenntnisse damit arbeiten.

Woraus besteht die Heißklebepistole

Natürlich gibt es unterschiedliche Ausführungen der Klebepistole, aber im Wesentlichen haben sie alle einen ähnlichen Aufbau und funktionieren nach demselben einfachen Prinzip. Das sind die wesentlichen Bestandteile der Klebepistole:

  • Das Heizelement
    Das Heizelement sitzt im Innern der Heißklebepistole und erhitzt den Klebestift so stark, dass er schmilzt.
  • Der Abzug
    Dieser dosiert die Klebstoffmenge, indem er den Klebstoff feinfühlig durch die Klebedüse presst.
  • Die Klebedüse
    Der heiße und flüssige Klebstoff tritt punktgenau aus der Klebedüse aus. Dabei wird die Klebedüse bis zu 250°C warm.
  • Der Klebestift
    Im Klebestift sitzt der eigentliche Kleber. In kalter Form ist der Klebestift durchsichtig und fühlt sich wie weiches Plastik an. Je nach Einsatzzweck gibt es unterschiedliche Härtegrade und Größen.

Komplettiert wird die Heißklebepistole durch einen Stromanschluss. Um flexibel zu sein, gibt es auch Heißklebepistolen mit Akku von Steinel oder Bosch. Der große Vorteil der Heißklebepistole ist: Sobald das Heizelement warm wird, schmilzt der Klebestick und wird flüssig und kann ohne großen Kraftaufwand durch die Düse gepresst werden.  Wird die Heißklebepistole vom Strom getrennt, kühlt der Kleber ab und verhärtet. So kann es im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kleber nicht passieren, dass die Tubenöffnung verstopft. Üblicherweise wird der Kleber elektrisch erhitzt. Es gibt aber auch Klebepistolen, bei denen der Kleber mit einem Brenngas verflüssigt wird.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Sie sollten nicht einfach losziehen und die nächstbeste Klebepistole kaufen, sondern auf einige wichtige Eckdaten achten, bevor sie eine Klebepistole kaufen. Welche technischen Daten sind besonders wichtig?

  • Die Klebeleistung
    Wenn Sie viel zu kleben haben und große Teile verbinden wollen, sollten Sie eine Klebepistole mit einer großen Klebeleistung wählen, damit Sie zügig arbeiten können. Dann sollte die Klebeleistung mindestens 15 g/min betragen. In der Regel werden Sie diesen maximalen Output nicht benötigen, aber es ist gut, wenn die Klebepistole etwas Reserve hat.
  • Die Aufheizzeit
    Qualitativ hochwertige Klebepistolen haben kurze Aufheizzeiten, damit Sie schnell und zügig arbeiten können. Achten Sie deshalb darauf, dass die Aufheizzeit nicht über 45 Sekunden liegt.
  • Der Durchmesser des Klebesticks
    Klebesticks gibt es üblicherweise mit 7 oder 11 mm Durchmesser. Für professionelles Arbeiten sollten Sie den Durchmesser mit 11 mm wählen, vor allem wenn Sie mit einer elektrisch betriebenen Klebepistole arbeiten. Denn nur die dann eine höhere Schmelztemperatur produzieren und so dicke Klebesticks schnell verflüssigen.
  • Mit oder ohne Akku
    Das hängt natürlich vor allem davon ab, wo Sie üblicherweise mit der Klebepistole arbeiten. Ist es immer oder meistens derselbe Ort, fahren Sie natürlich mit einer 230 V-Stromverbindung besser, weil Sie dann höhere Heizleistungen umsetzen können. Wenn Sie an wechselnden Orten arbeiten empfiehlt sich eine Version mit Akku, mit denen Sie bereits Einsatzzeiten von bis zu 45 Minuten realisieren können. Möglicherweise besorgen Sie sich einen zweiten Akku, um die Einsatzzeiten zu verlängern.

Die Heißklebepistole ist ein Universalgenie

Es gibt kaum ein Material, welches nicht für Heißkleber geeignet wäre. Das einzige Ausschlußkriterium ist, dass die Materialien hitzebeständig sein müssen, weil der Kleber in der Spitze bis zu 250 ° C heiß werden kann. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Material hitzebeständig ist, sollten Sie vorher an einem Musterteil eine Probe durchführen.

Typische Materialien, die geklebt werden, sind Textilien, Metall, Keramik, Holz, Styropor,  Platinen und Keramik. Besonders gut geeignet sind Holz oder Textilien, weil die faserige Struktur den flüssigen Kleber besonders gut haften lässt. Auch Plastik und Kunststoffe lassen sich erstaunlich gut mit Heißklebern verbinden. Selbst Metalle lassen sich in vielen Fällen mit Heißkleber verbinden anstelle von Löten oder Schweißen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie das Metall zuvor von Fett und Öl befreien und eventuell etwas aufrauen, damit der Heißkleber besser haften kann.

Typische Anwendungen in der Industrie und bei Handwerkern sind:heißklebepistole-noppenmatte

  • In der Automobilindustrie zur Befestigung von Interieurelementen.
  • In der Verpackungsindustrie zum Verschließen von Kartonagen.
  • Beim Teppichverlegen.
  • Zum Verfugen und Abdichten (im kleineren Umfang).
  • Zum Schließen von kleinen Beulen und Dellen im Autoblech.
  • Zum Verkleben von Displays
  • Zum Verkleben von Möbelteilen.
  • Bei der Dekoration im Innenbereich.
  • Bei der Raumausstattung.

Was noch für die Klebepistole spricht: Weil der Kleber schnell erkaltet und erhärtet, können Sie sehr leicht und einfach Handmuster herstellen.

Worauf Sie bei der Nutzung mit der Klebepistole achten sollten

Je nach Material und benutztem Kleber wird der Klebstoff immerhin bis zu 250° C heiß. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Haut weder mit der Klebedüse noch mit dem heißen Klebstoff in Berührung kommen, um Verbrennungen und Verletzungen zu vermeiden. Ebenso sollten Sie nicht hitzebeständige Teile aus dem Arbeitsbereich entfernen, um Beschädigungen zu vermeiden.

Fassen wir noch einmal zusammen: Heißklebepistolen sind wahre Universalgenies, die wertvolle Dienste leisten, wenn unterschiedliche Teile miteinander verbunden werden sollen. Sie sind einfach zu bedienen und erfordern keine besonderen Fachkenntnisse bei der Bedienung.  

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