Mit Satinieren bringen Sie jede glanzlose Oberfläche zum Glänzen

Satinieren-von-Blech

Wenn Sie mit der Oberflächengüte einer geschliffenen Fläche noch nicht zufrieden sind und Sie noch mehr Glanz wünschen, dann ist das Satinieren die Wahl der Stunde und damit die richtige Oberflächenbearbeitungs-Methode. Denn mit dem Satinieren wird die Oberfläche noch heller und glänzender und Sie erhalten ein dekorativ wirkendes Oberflächenbild. Somit ist das Satinieren also eine Art Veredelung von Werkstückoberflächen im Endbereich.

Warum Satinieren nicht gleich Schleifen ist

Falls Sie meinen Schleifen und Satinieren wäre ein und derselbe Vorgang, dann haben Sie sich getäuscht. Allerdings gehören diese beiden Vorgänge zusammen. Das Wort Satinieren kommt vom glänzenden Stoff Satin und gibt einen Hinweis auf die Methode der Oberflächenbearbeitung. Denn zuerst wird eine Werkstückoberfläche geschliffen und sie erhält dabei ein ganz bestimmtes Schleifmuster. Würden Sie die Oberfläche jetzt unter dem Mikroskop betrachten, sähen Sie ganz viele Spitzen und Vertiefungen. Das führt dazu, dass es auf der Oberfläche hellere und dunklere Flächen gibt. Wenn solche Flächen im repräsentativen Bereich, beispielsweise an einer Hausfassade zu sehen sind, kann das je nach Belichtung sehr störend wirken.

Deshalb wird beim Satinieren die bereits feine Oberfläche weiter veredelt, indem diese Spitzen gebrochen werden und damit die Unebenheiten auf der Oberfläche kleiner werden. Die Rauhtiefe wird verringert und als Endresultat werden die Oberflächen je nach verwendetem Faservlies eher matter oder glänzender, also eben gleichmäßiger. Dies wird durch einen schonenden Schleifprozess mit niedrigen Anpressdrücken erreicht, der die Optik der Oberfläche verbessert, aber nur einen ganz minimalen Materialabtrag bewirkt.

Beim Satinieren wird also im Mikrobereich Material abgetragen, daher eignet es sich nicht, um Lunker, Riefen, Einschlüsse oder Kratzer zu beseitigen. Da müssen Sie schon mit einem richtigen Schwingschleifer anrücken.

Diese Zutaten brauchen Sie zum Satinieren

satiniermaschine-mit-vlies-schleifbandAls erstes eine Satiniermaschine. Das ist nichts anderes als ein Elektrowerkzeug, welches eine rotierende Welle antreibt. Auf diese Welle, manchmal auch Walze genannt, können Sie unterschiedliche Schleifbänder oder Schleifvliese einspannen. Wenn Sie viel im Freien oder an unterschiedlichen Orten satinieren, empfiehlt sich eine Maschine mit Akku. Natürlich können Sie auch mit einem Winkelschleifer arbeiten, wenn Sie die passenden Faservliese dafür bekommen.

Üblicherweise sind drei bis vier Bearbeitungsschritte nötig, bis Sie die gewünschte Werkstückoberfläche satiniert haben und eine zufriedenstellende Oberflächengüte erreicht haben. Im ersten Schritt wird ein grober Schliff erzeugt, der im zweiten Schnitt mit einem feineren Schleifpapier verfeinert wird. Und in den beiden folgenden Schritten wird mit dem entsprechenden Faservlies eine brillante und schließlich eine matte End-Oberfläche erzeugt. Die handelsüblichen Faservliese erhalten Sie üblicherweise in den Abstufungen grob, mittel, sehr fein und besonders fein.

Die Satiniermaschine arbeitet mit einer Umlaufgeschwindigkeit ähnlich wie eine Schleifmaschine. Zu hohe Geschwindigkeiten sollten Sie allerdings vermeiden, um die Maschine zu schonen und das Werkstück zu schützen.

Die Aufnahmewalzen für die Faservliese bzw. Vliesbürsten erhalten Sie in unterschiedlichen Größen, je nachdem ob Sie große oder kleine Flächen bearbeiten. Die Vliese sind in der Regel eine Kombination aus Schleifgewebe mit Anteilen von Nylonfasern, Kunstharz und Schleifkorn. Durch ein passendes Herstellungsverfahren wird dafür gesorgt, dass die Schleifkörner gleichmäßig durch den Vliesquerschnitt verteilt sind. Die Schleifvliese sind in unterschiedlichen Formen verfügbar, damit Sie unterschiedliche Satinieraufgaben erledigen können: in Walzenform, Glockenform und in Scheibenform, um die gebräuchlichsten zu nennen. Die Vliese sind biegsam und passen sich deshalb der Oberfläche der Werkstoffe an.

Vliesmaterialien zum Satinieren gibt es in unterschiedlichen Härtegraden, was wiederum Auswirkungen auf die Oberflächengüte und die Standzeit hat.

Diese Werkstoffe werden typischerweise satiniert

Wenn das Schleifen oder Polieren nicht mehr ausreicht, um eine zufriedenstellende Oberflächenqualität zu erreichen, ist das Satinieren die erste Wahl. Dabei können Sie ganz unterschiedliche Werkstoffe satinieren. Die gebräuchlichen Werkstoffe sind:

  • Aluminium
  • Blech
  • Holz
  • Kunststoff
  • Glas

Typische Anwendungsfälle sind Oberflächen im sichtbaren Bereich wie beispielsweise Aluminiumfassaden, Fensterrahmen, Innenarchitektur, Lampen und Möbel.

Weitere typische Anwendungsfälle sind:

  • Oberflächenvergüten von Edelstahlbehältern in der Lebensmittelindustrie
  • Vorschliff und Feinschliff im Behälterbau
  • Satinieren im Geländer- und Treppenbau
  • Verbessern der Oberflächengüte von Papier für den Kunstdruck
  • Satinieren von Uhrengehäusen und Uhrenarmbändern
  • Schleifarbeiten an Großküchenmöbeln
  • Ausbessern und Ausgleichen von Kratzern auf geschliffenen Edelstahloberflächen
  • Entfernen der Orangenhaut bei warm-gewalzten Edelstahlprofilen
  • Satinieren von Glasformen
  • Composite Reparaturen von Flugzeugteilen
  • Schleifen bei Triebwerkreparaturen von Großraumflugzeugen
  • Hochglanzpolieren von Messingteilen
  • Satinieren der Oberfläche von Dachziegeln
  • Satinierte Spanndecken im Wohnbereich
  • Satinieren von Oberflächen von Rundmaterialien wie Rohren oder Vollmaterial
  • Satinieren der Oberfläche von Glas, damit es besser durchscheint
  • Satinieren von Kochtöpfen
  • Satinieren von Steinoberflächen, beispielsweise im Küchenbereich
  • Satinieren der Oberfläche von Sichtschutzfolien

Die Bürste fürs Grobe

Wenn Sie doch etwas gröbere Arbeiten zu erledigen haben, können Sie auch auf Satinierbürsten zurückgreifen, die als Drahtbürsten oder Naturhaarbürsten erhältlich sind. In Verbindung mit Bürstpasten entfalten diese Bürsten eine deutlich stärkere abrasive Wirkung, weil eine gröbere Körnung zum Einsatz kommt.

Fassen wir noch einmal zusammen: Wenn Sie hochwertige Werkstückoberflächen benötigen, führt kein Weg am Satinieren, dem Oberflächenbearbeiten von High-End-Flächen vorbei.

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