Produkttest: Fein ASCM 12 C 4-Gang-Akkubohrschrauber

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Tester: Sebastian von Helden
Schwerpunkt-Einsatzgebiet: Bau eines Einfamilienhauses in Eigenleistung

Passend zu meinem Geburtstag, quasi als nachträgliches Geschenk, wurde ich vom svh24-Team als Produktester für den Fein ASCM 12 C 4-Gang-Akku-Bohrschrauber auserwählt. Nochmals vielen herzlichen Dank dafür :).
Der anschließende Kontakt zum Klären der Formalitäten und zum Austausch der Daten verlief sehr freundlich und zuvorkommend. Die Abwicklung erfolgte zügig und innerhalb weniger Tage kam das Paket auch schon an. Herr Waldow stand sehr kompetent jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. An dieser Stelle auch einen Dank an ihn.
Kaum angekommen, habe ich den Koffer ausgepackt und war direkt sehr angetan vom überaus positiven Gesamteindruck. Das Orange mag zwar nichts für Jedermann sein, aber es hat auf jeden Fall etwas, ein absolutes Erkennungsmerkmal. Der Transportkoffer überzeugt als erstes durch seine hochwertige Verarbeitung und den Einsatz von PEHD.

Übersicht und Allgemeines

Diesen 12 Volt Akku-Schrauber von Fein gibt es erst seit einem halben Jahr auf dem Markt und ist die erste 12 V Variante im Akku-Werkzeugprogramm des Unternehmens mit dem bürstenlosen Fein PowerDrive Motor. Er ist neben den bewährten Fein 4-Gang-Akku-Bohrschraubern ASCM mit 18 und 14,4 Volt der einzige Akku-Bohrschrauber mit dem patentierten 4-Gang-Getriebe. Vorteilhaft sind die 3 Jahre Fein Plus Garantie.
Vom Hersteller selbst werden die neuen Akku-Schrauber als speziell auf die besonders hohen Anforderungen des Metallbaus ausgerichtet vorgestellt. Sie seien die leistungsstärksten ihrer Klasse mit höchster Motorleistung und bieten hohe Drehzahlen von 400 über 700 und 1.400 bis zu 2.500 Umdrehungen pro Minute, optimale Drehmomente bis 40 Nm sowie ein abnehmbares Bohrfutter und stellen für jeden Bohrdurchmesser die optimale Schnittgeschwindigkeit zur Verfügung. Fein Lithium-Ionen Akkus sind mit der Fein SafetyCell Technologie ausgestattet. Sie sollen durch eine lange Lebensdauer, eine hohe Kapazität mit 2,5 Amperestunden sowie den Einsatz bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius überzeugen und schaffen bis zu 400 Verschraubungen pro Akkuladung bei 5×40 mm Schrauben. Eine separate Kommunikationsleitung schütze Akku und Schrauber vor Überlastung, Überhitzung und Tiefentladung.

Lieferumfang und Aufbau

Akku
Ladestandanzeige und LED

– ASCM 12 C Akkubohrschrauber
– 2 x 2,5 Ah Li-Ionen-Akku
– Schnellladegerät
– Transportkoffer
– Bedienungsanleitung und Informationen
– magnetische Bitgarage
– Gürtelhaken

Der schlanke Griffbereich bietet genügend Grip durch eine ergonomisch vorteilhafte Form mit passender Gummierung. Insgesamt ist die Haptik des sehr kompakten ASCM sehr gut. Die überraschend leichten Akkus sitzen unterhalb des Griffes und bieten einen sicheren Stand, so dass der Schrauber jederzeit kippsicher und griffbereit abgestellt werden kann. Sie verfügen zudem über eine seitlich angebrachte Ladestandsanzeige mit vier grün leuchtenden Balken, bei der der letzte Balken sogar auch noch rot leuchtet, wenn es wirklich dem Ende entgegen geht.

Sehr nützlich ist zudem die extrem helle LED, die von unten den gesamten Arbeitsbereich ausleuchtet. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das robuste Vollmetall-Bohrfutter mit Spannkraftsicherung des deutschen Premiumherstellers Röhm, welches so gut wie unempfindlich gegenüber Beschädigungen ist und ein versehentliches Öffnen verhindert. Gerade dieses weist jedoch ein kleines Manko auf, beim vollständigen Öffnen kann es ein wenig verhaken, was sich leicht beheben lässt. Es fasst Bohrer bis 13 mm und ist über einen sehr praktischen Bajonett-Schnellwechsel-Verschluss einfach zu entfernen.

Darunter befindet sich die hochwertige Direktaufnahme (sechskant) in der Antriebswelle, die über einen integrierten Haltering einen schnellen Bitwechsel ermöglicht. Ohne das Gewicht des Bohrfutters ist der Akkuschrauber wirklich leicht – gerade einmal 1,1 kg! – und perfekt austariert, was eine hohe Beweglichkeit gewährleistet. Als kleiner Bonus ist ein magnetischer Bithalter an der Rückseite sowie ein Gürtelhaken seitlich mit einer Schraube unkompliziert am unteren Ende knapp oberhalb des Akkus montierbar. Hätte auch vormontiert sein können, muss aber nicht. In die Bitgarage passen bequem fünf Bits, so dass die wichtigsten sechs immer am Mann sind. Der Gürtelhaken ist stabil und hält den Schrauber auch bei verschiedener Bewegung sicher fest.

Das Schnellladegerät ist ebenfalls überraschend leicht und macht seinem Namen alle Ehre, kaum eingesteckt sind die Akkus auch schon voll. Es hat eine übersichtliche Ladestandsanzeige und ist bis zu -20 °C einsetzbar. Insgesamt ist alles in einem hochwertigen Kunststoffkoffer kompakt und sicher aufbewahrt. Die exakten Aussparungen sorgen dafür, dass beim Transport nichts wackelt. Besonders hervorzuheben sind hierbei die sinnvollen Befestigungsschlitten für den Ersatzakku, der eben nicht einfach nur lose reingelegt wird, sowie der bewusst größer gelassene Platz für beide Akkus, um ohne Probleme auf höhere Kapazitäten umsteigen zu können.

Zufälligerweise passt sogar ein kleines Bitset (Bosch) exakt in den freien Platz in der Mitte. Leider lässt sich der Koffer jedoch nicht ganz öffnen, sondern nur bis zu etwas weniger als 90°. Theoretisch nicht so schlimm, aber wenn die umfangreiche Lektüre (Bedienungsanleitung Schrauber und Ladegerät, Sicherheitshinweise und Informationen zur Fein Plus Garantie) im vorgesehenen Fach im Deckel bleibt und der Schrauber sowie das Ladegerät rausgenommen werden, kippt der Koffer durch das Übergewicht um, siehe erstes Bild.

Handling und Belastung

Fräsen
Fräsleistung

Die ersten vorsichtigen Tests überzeugen letztlich auch die letzten Zweifel, ob die Leistung auch tatsächlich ausreicht. Das Drehmoment von maximal 40 Nm zwingt auch größere Schrauben in die Knie. Was mich wirklich überrascht hat, der Fein Akkuschrauber stockt nicht ein einziges Mal bei einem 35mm Forstnerbohrer. Im vierten Gang versenkt er diesen innerhalb weniger Sekunden im Holz.
Im Einsatz zeigt sich, dass Fein nicht zu hoch gestapelt hat. Jegliche Herausforderung wird mühelos überwunden und scheint eine Kleinigkeit für das Leichtgewicht mit der enormen Power. Größter Vorteil ist meiner Meinung nach eben jenes geringe Gewicht. Vor allem für Arbeiten über Kopf ist das Gold wert und das bei der überzeugenden Leistung. Ich habe eine komplette Decke mit ca. 25 m² Fläche, ohne Pause einlegen zu müssen, mit nur einer halben Akkuladung verschraubt. Sehr praktisch war das kurzzeitige verstauen am Gürtel, das geringe Gewicht, die Zuverlässigkeit, der gut ausgeleuchtete Arbeitsbereich und generell die kompakte Größe des Schraubers, die im Direktvergleich mit meinem größeren 18 V DeWalt Schrauber den entscheidenden Vorteil bringt.

Das Handling und die Haptik sind überragend. Der Akkuschrauber beweist seinen hohen Wirkungsgrad und zeigt ein entsprechend gutes Durchhaltevermögen. Wenn dann die Akkuladung irgendwann zur Neige geht, schwächelt er auch auf den letzten Metern nicht, sondern schaltet direkt ganz ab. Dank der Fein SafetyCell Technologie wird der Akku so optimal geschützt. Beweisen konnte er dies bei einem Dauertest im Trockenbau. Das insgesamt kompakte Erscheinungsbild und geringe Gewicht war auch hier wieder vorteilhaft. Er ist mit seinen 2.500 U/min bei weitem schnell genug und die Ausdauer reicht selbst bei den 2,5 Ah aus. Die Akkus sind so schnell wieder aufgeladen, dass man keine Zeit den zweiten so schnell aufzubrauchen.

Trockenbau
Im Einsatz beim Trockenbau

Die üppigen vier Gänge bieten hohe Drehmomente und für jede Anwendung die passende Drehzahl. Selbst extrem präzise Aufgaben können mit unglaublich feiner Geschwindigkeitskontrolle und sehr flüssigen Übergängen gemeistert werden. Da der Schrauber laut Fein besonders für die Metallverarbeitung ausgelegt sein soll, habe ich dies ebenfalls überprüft. Egal welche Bohrung ich vornehmen wollte, das Bohrfutter hielt den Bohrer wie versprochen sicher fest und aufgrund der großen Drehzahlauswahl und den fließenden Übergängen, zeigte der Schrauber bis zu den maximalen 13 mm keine Schwäche. Auch das Entgraten bzw. Senken der Bohrlöcher lief problemlos.

Fazit
Für mich zählt Fein definitiv zu den besten Werkzeugherstellern und ist seinen etwas höheren Preis auf jeden Fall wert. Ich werde mit diesem Akkuschrauber wahrscheinlich noch in Rente gehen, obwohl ich noch sehr jung bin. Die wenigen kleineren Kritikpunkte sind absolut vernachlässigbar und ich bin sehr froh diese deutsche Ingenieurskunst testen zu dürfen. Die überzeugende Qualität und uneingeschränkte Leistung sind überhaupt nicht zu vergleichen mit Schraubern aus einem Supermarkt, Discounter oder den Hausmarken aus dem Baumarkt. Auch die einfacheren „Billig“-Marken wie Lux, Brüder Mannesmann, Worx, Einhell, Black und Decker usw. können da bei weitem nicht mithalten. Sonst gäbe es solcher Hersteller mit ihren angemessenen Preisen schließlich auch nicht mehr. Klare Kaufempfehlung!

3 thoughts on “Produkttest: Fein ASCM 12 C 4-Gang-Akkubohrschrauber

  1. Erstmal alles gute Nachträglich 😀
    Guter Beitrag sehr Interessant, für mich gehört Fein auch zu den besten Herstellern die Qualität stimmt einfach, allein schon die Multitools wie der Multimaster überzeugen.
    Werde mir jedenfalls überlegen ob ich mir einen Akku Bohrer von Fein zulege.

    LG Fred

  2. Ja Hallo
    interessant ASCM 12C
    blöde frage: lassen sich alle Drehzahlen von 0-1400 stufenlos regeln??
    Ich denke ja
    bitte um bestätigung

  3. sehr gute Informationen die man aus den blog mitnehmen kann ….
    Daumen hoch von mir und vielen dann das es Leute gibt die sich die Arbeit machen damit man sich informieren kann…

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