Rauchmelder – Ein wahrer Lebensretter

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Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 400 Menschen an Bränden. Die meisten Brände mit Todesfolge werden in Privathaushalten verzeichnet. Die etwa 200.000 Brände pro Jahr werden nicht nur durch Fahrlässigkeit ausgelöst, sondern sind sehr oft auch eine Folge eines technischen Defekts. Ein Rauchmelder kann hierbei Leben retten und durch den lauten Signalton genug Vorsprung verschaffen, um sich und seine Familie außer Lebensgefahr zu bringen.

Inhaltsverzeichnis

Wie das Forum Brandrauchprävention e.V. mitteilt, verunglücken monatlich rund 35 Menschen tödlich durch Brände. Die Mehrheit dieser Opfer stirbt an einer Rauchvergiftung innerhalb der eigenen vier Wände. Gerade nachts im Schlaf werden zwei Drittel aller Brandopfer überrascht, da der Mensch im Schlaf nichts riecht. In der Regel sterben die meisten Menschen nicht durch das Feuer, sondern durch den Rauch. Bereits drei Atemzüge reichen aus, um den Menschen im Schlaf bewusstlos zu machen. Kurz darauf tritt der Erstickungstod ein.

Zur Vorbeugung eines solchen Horrorszenarios reicht bereits ein einfacher Rauchmelder aus. Wenn dieser ausgelöst wird, ertönt ein lautes Alarmsignal, welches Sie aus dem Schlaf entreist und rechtzeitig vor der Brandgefahr warnt. So haben Sie genügend Zeit um sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen sowie die Feuerwehr zu alarmieren.

Brandrauch: Die echte Gefahr

Obwohl Flammen schlimme Verbrennungen verursachen können, sind sie nicht annähernd so tödlich wie der Rauch eines Feuers. Die darin enthaltenen Rauchgase sind bei 80 bis 90 Prozent aller Brandopfer die Todesursache. Gerade bei einem Haus- oder Wohnungsbrand verbrennen hauptsächlich organische (kohlenstoffhaltige) Stoffe, aus denen viele gefährliche Gase und Rauchbestandteile entstehen. Rauchgas besteht vor allem aus folgenden Gasen:

  • Stickstoff
  • Kohlendioxid
  • Schwefeldioxid
  • Stickstoffoxid
  • Wasserdampf

Außerdem sind Festkörperpartikeln wie Flugasche und Ruß weitere Bestandteile. Bei unvollständigen Verbrennungen können darüber hinaus auch weitere Gase, wie Kohlenmonoxid oder Wasserstoff entstehen. Alle genannten Oxide sind giftig für den Menschen und können beispielsweise zum Ersticken führen. Gerade deshalb sind Brände besonders in der Nacht äußerst gefährlich. Zwar entstehen die meisten Brände tagsüber, jedoch werden diese oftmals schnell genug wahrgenommen und können gelöscht werden oder die betroffene Person kann sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. In der Nacht, wenn auch weitaus weniger Brände geschehen, sind diese viel verheerender. Im Schlaf kann der Mensch keine Gerüche wahrnehmen und wird entsprechend von den entstehenden Gasen überrascht. Diese führen dann zur Bewusstlosigkeit und anschließend zum Tod. Selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Sie einen leichten Schlaf haben und oftmals Gerüche wahrnehmen, wird Sie das geruchlose Kohlenmonoxid eines Besseren belehren.

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Der Rauchmelder – Ein Lebensretter

Sicherlich haben bereits viele Menschen mindestens einen Rauchmelder bei sich in der Wohnung oder im Haus installiert. Nicht zuletzt bestehen in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene Einbaupflichten, die der Vermieter bzw. Eigentümer umzusetzen hat. Doch unabhängig davon sollte jeder Haushalt mit mehreren Rauchmeldern ausgerüstet sein. Vor allem in Schlafräumen, Kinderzimmer und Fluren können Rauchmelder Leben retten.

Wie ein Brandversuch des Bundesamtes für Materialforschung (BAM) im Jahre 2007 gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr zeigte, alarmierte der Rauchmelder bereits nach 2 Minuten die Bewohner des Hauses. Insgesamt bleiben laut Feuerwehrstatistiken durchschnittlich 4 Minuten Zeit für eine erfolgreiche Flucht. Somit verschafft Ihnen ein Rauchmelder 2 Minuten, die Sie für das sofortige Verlassen des Gebäudes nutzen können.

Typen

Wer einmal einen Rauchmelder kaufen wollte, der hat schnell festgestellt, dass es nicht bloß einen Typen gibt. Es gibt verschiedene Typenbezeichnungen, die auch mit völlig unterschiedlichen Technologien arbeiten. In der Regel unterscheidet man zwischen folgenden Typen:

  • Rauchmelder: Sind die optimale Lösung zum Nachrüsten im Wohn-, Büro- oder Objektbereich. Sie arbeiten nach dem optischen Prinzip, wobei in der Messkammer des Gerätes regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet werden, die im Normalzustand nicht auf die Fotolinse treffen. Werden diese jedoch durch Rauchpartikel gestreut und auf das Fotoelement abgelenkt, wird der laute Alarmton ausgelöst. Hinweis: Bei leichtem Rauch (z.B. von Zigaretten) wird kein Alarm ausgelöst. Optische Rauchmelder reagieren vor allem auf kalten Rauch, der sich schon bei Brandausbruch bildet.
  • CO-Melder: Er warnt vor dem unsichtbaren und vor allem geruch- und  geschmacklosen Kohlenmonoxid. Dieser ist für den Menschen aufgrund seiner Eigenschaften nicht wahrzunehmen und extrem giftig. Wenn Haushaltsgeräte verwendet werden, die Erdgas, Flaschengas, Petroleum, Holz, Benzin oder Holzkohle verbrennen, dann sollte auch ein CO-Melder an Ort und Stelle angebracht werden.
  • Gasmelder: Dieser Melder ist nicht dafür geeignet Rauch oder Kohlenmonoxid zu erfassen. In der Regel wird von den handelsüblichen Gasmeldern Propan/Butan und Methan (Erdgas) erfasst. Somit kommen solche Melder oftmals beim Camping zum Einsatz.
  • Hitzemelder: Wie der Name bereits andeutet, schlagen die Hitzemelder dann Alarm, wenn die Raumtemperatur einen bestimmten Wert übersteigt. Dieser Wert liegt in der Regel bei 60°C. Solche Melder eignen sich vor allem in Räumen, in denen permanent starker (Wasser-)Dampf, Staub oder Rauch entsteht.
Handelsüblicher optischer Rauchmelder
Handelsüblicher optischer Rauchmelder

Welcher Melder für Sie der richtige ist, kommt ganz auf Ihre Anforderungen an. Für den gewöhnlichen Haushalt reicht in den meisten Fällen ein Rauchmelder vollkommen aus. Dieser ist zudem aufgrund seines Batteriebetriebs sehr einfach zu installieren und mit seiner kleinen Größe platzsparend und unauffällig. Sogenannte Lasermelder funktionieren nach dem gleichen Prinzip, wobei hier statt einer einfachen Leuchtdiode (LED) eine Laserdiode verwendet wird. Der Vorteil: Die Messungen sind genauer und es werden bereits geringste Mengen an Rauchpartikeln erkannt.

In größeren Gebäuden, beispielsweise Häuser mit mehreren Etagen, sollten Sie mehrere miteinander verbundene Rauchmelder, sogenannte Funkrauchmelder, installieren. Das Funktionsprinzip ist simpel: Sobald einer der Rauchmelder Brandrauch erkennt, schlägt dieser Alarm und alarmiert zusätzlich die anderen Melder, die sich im Gebäude verteilt befinden. Dadurch kann ein Brand auch in weit entfernte oder wenig genutzte Räume schnell erkannt werden.

Tipp: Eine Langzeitbatterie mit einer Lebensdauer von 10 Jahren hält in der Regel so lange, bis auch der Rauchmelder ausgetauscht werden sollte. Dies spart vor allem Kosten und Sie haben mehr Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern.

Qualitätsmerkmale

Da es im freien Handel unzählige Rauchmelder zu kaufen gibt, sollten Sie auf wichtige Qualitätsmerkmale achten. Folgende Qualitätsmerkmale sind grundsätzlich wichtig. Gute Rauchmelder haben mindestens ein Gütesiegel eines unabhängigen Instituts:

  • DIN EN 14604: Enthält die Mindestleistungsmerkmale, die ein Rauchwarnmelder erfüllen muss. Diese sind wie folgt festgelegt:
    • Alarmton mit mindestens 85 dB(A)
    • mind. 30 Tage bevor die Batterie ausgetauscht werden muss, ertönt ein wiederkehrendes Warnsignal
    • Testknopf zur Funktionsprüfung
  • CE-Zeichen ink. Prüfnummer: trifft keine qualitative Aussage, besagt jedoch, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf.
  • „Q“-Qualitätszeichen: Ein unabhängiges Qualitätszeichen, das für Rauchwarnmelder mit erweiterter Qualitätsprüfung steht. Kunden, die Wert auf besondere Qualität und Zuverlässigkeit legen, sollten auf dieses Prüfzeichen achten. Dabei sind folgende Kriterien ausschlaggebend:
    • Geprüfte Langlebigkeit und Reduktion von Falschalarm
    • Erhöhte Stabilität, z.B. gegen äußere Einflüsse
    • Fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mind. 10 Jahren
  • VdS-Gütesiegel: Dieses Siegel erhalten zertifizierte Rauchmelder, die durch das renommiertes Prüfinstitut VdS Schadenverhütung geprüft wurden.
  • TÜV-KRIWAN Qualitätslabel: Dieses Label darf nur an Rauchmeldern angebracht werden, die wichtige Prüfkriterien der Normen für Bauteile von „professionellen“ Brandmeldeanlagen erfüllen.

Was tun, wenn es brennt?

Hierbei ist zwingend zwischen zwei Varianten zu unterscheiden. Zum einen, wenn der Brand in der eigenen Wohnung auftritt, und zum anderen, wenn der Brand im Treppenhaus oder in einer anderen Wohnung im Haus aufgetreten ist.

  • Brand in der eigenen Wohnung
    • Bewahren Sie Ruhe! Geraten Sie nicht in Panik, da sich das auch auf andere überträgt. Versuchen Sie sich und andere Personen mit Ihrem rationalen Verhalten zu beruhigen.
    • Verlassen Sie umgehend mit allen Haushaltsmitgliedern die Wohnung! Nehmen Sie nichts mit!
    • Schließen Sie jede Tür durch die Sie kommen! So verhindern Sie, dass das Feuer sich ausbreitet.
    • Bei starken Rauch sollten Sie in Bodennähe kriechen und das Einatmen von Rauch vermeiden. Falls möglich, halten Sie sich ein nasses Tuch vor Mund und Nase.
    • Rufen Sie die Feuerwehr (112) an, sobald Sie außerhalb des Gebäudes sind. Nennen Sie dabei Namen, Adresse und Brandort (wenn möglich, geben Sie darüber Auskunft ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind und was brennt).
    • Können Sie die Wohnung nicht verlassen, schließen Sie die Tür und verstopfen Sie die Ritzen mit Decken oder ähnlichem. Rufen Sie anschließend die Feuerwehr und warten Sie am Fenster, wo Sie sich für die anrückende Feuerwehr bemerkbar machen. Springen Sie niemals aus Angst aus dem Fenster!
  • Brand im Treppenhaus oder einer anderen Wohnung
    • Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten!
    • Keinesfalls aus der Wohnung laufen! Rufen Sie die Feuerwehr!
    • Schließen Sie die Türen und dichten Sie diese mit Decken ab.
    • Machen Sie sich am Fenster für die anrückende Feuerwehr bemerkbar. Springen Sie niemals aus Angst aus dem Fenster!
    • Auf keinen Fall sollten Sie durch das verrauchte Treppenhaus fliehen. Schon wenige Atemzüge des Brandrauchs machen Sie bewusstlos und führen anschließend zum Tod.

Rauchmelderpflicht in Deutschland: In jedem Bundesland unterschiedlich

BundeslandNeu- und UmbautenBestandsbauten (Übergangsfrist)
Baden-Württembergseit 23.07.2013bis 31.12.2014
Bayernseit 01.01.2013bis 31.12.2017
Berlinkeine Rauchmelderpflicht!
Brandenburgkeine Rauchmelderpflicht!
Bremenseit 31.05.2010bis 31.12.2015
Hamburgseit 01.04.2006bis 31.12.2010
Hessenseit 24.06.2005bis 31.12.2014
Mecklenburg-Vorpommernseit 01.09.2006bis 31.12.2009
Niedersachsenseit 01.11.2012bis 31.12.2015
Nordrhein-Westfalenseit 01.04.2013bis 31.12.2016
Rheinland-Pfalzseit 23.12.2003bis 12.07.2012
Saarlandseit 18.02.2004bis 31.12.2016
Sachsenkeine Rauchmelderpflicht!
Sachsen-Anhaltseit 17.12.2009bis 31.12.2015
Schleswig-Holsteinseit 01.04.2005bis 31.12.2010
Thüringenseit 29.02.2008bis 31.12.2018

Achtung: Tabelle entspricht dem Stand 15.10.2015

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